Die Hutterer, verfolgt und verachtet

Die Hutterer stammen von Jakob Hutter ab, der  im 15. Jahrhundert eine Kirche gründete. Sie standen für eine Taufe, in einem Alter, wo man begreift was man da entscheidet, ein. Da damals Katholische und Lutherranische Kirchen verbereitet waren, wurden solche geschlossenen Gemeinschaften gehasst. Sie waren Verfolgung und Bedrohung ausgesetzt. Deshalb flüchteten die Hutterer in Regionen, die toleranter waren. In Mähren, damals Österreich, gab es Protestanten, Evangelische Christen, Katholiken. Dort ließ sich die Täufergemeinde, die Hutterer, nieder. Die Hutterer gründeten ihre eigenen Schulen, Läden und Werkstätten, so wie die Amisch. Sie übten damals alle Berufe aus:  Sie wurden Ärzte und dazu sehr angesehene, Bauer, Töpfer, Brauer und Uhrmacher. Das sind aber Berufe, in denen die  Anhängern dieser Gemeinschaft heute nicht mehr arbeiten. Ein Hutterer bewirtschaftet sein Land. Die Flucht nach Nordamerika Auch in Mähren wurden die Hutterer nach einiger Zeit verjagt, so flüchteten sie gemeinschaftlich über Russland und New York. Schließlich fanden  sie, im Jahr 1874,  ihre Zuflucht und ihr zu Hause in South Dakota, Nordamerika. Dort lebten von eigentlich 1265 Anhänger der Gemeinschaft nur noch 400 Hutterer. Sie lebten von der Landwirtschaft. Ihre  Sprache nennt sich „hutterische„, ein deutscher Dialekt. Natürlich gab es auch hier Spaltungen, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten und viele schlossen sich den Mennoniten an. Doch auch heute noch leben die Hutterer abgeschieden, in ihrer eigenen, friedlichen...

Amisch und ihre Kutschen

Da das Besitzen eines Autos bei den Amisch streng untersagt ist, fahren sie in  Pferdekutschen (Dachwägle). Dabei gibt es ganz unterschiedliche Varianten, des für das 21. Jahrhundert sehr ungewöhnlichen Transportmittels. Dabei unterscheiden sich die Kutschen nach Farbe, Ausstattung und Größe. In Ohio findet man schwarze Kutschen, in Pennsylvania hingegen auch mal graue. Inzwischen sind die Amisch sehr erfinderisch geworden: Statt Holzrahmen wird Fiberglas verwendet, dass in der Haltbarkeit länger ist. Innen ist das „Auto“ der Amisch mit Samt ausgestattet, was sehr gemütlich ist. Die Türen sind abnehmbar. Im Sommer werden die Sogenannten Buggys eher genutzt, die kein Dach haben. Für uns so was wie ein Cabrio. Im Winter bietet die Kutsche sehr wenig Schutz vor Kälte, so ganz ohne Heizung. Deshalb ziehen die Amisch es inzwischen vor einen Fahrer samt Auto zu bezahlen. Besonders bei eher weiteren Strecken. Die Gefahr auf den Straßen Da die Autos sich mit den Kutschen der Amisch die Straße teilen müssen, ist es Pflicht, reflektierende Warndreiecke am hinteren Teil des Buggys anzubringen. Die Amisch vermeiden es Nachtfahrten zu machen, wenns aber nicht anders geht wird eine Gaslampe an der hinteren Fahrseite angebracht. Ohne Airbags oder Sicherheitsgurt und ausreichende Beleuchtung sind die Leute der Gemeinschaft dem Verkehr ausgeliefert. Viele Autofahrer fahren ohne Rücksicht und mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Leider ist es schon oft zu Unfällen gekommen, die tödlich für die Amisch ausgegangen...

Die Amisch und das Auto | Elektrizität in Pennsylvania

In der Ordnung der Amisch, gibt es ein Gesetz, dass den Besitz und die Benutzung  eines Autos verbietet. Diese Regelung finden wir sowohl in der Alten, als auch in der Neuen Ordnung wieder. Erlaubt ist aber folgendes: Wenn die Amisch einen weiten Weg in die  Stadt oder zum Bahnhof haben, sind sie auf einen Fahrer angewiesen. Die englischen Nachbarn bieten dabei einen Fahrservice für die Amisch an. Natürlich wird dieses Angebot nicht von allen in der Gemeinschaft genutzt, ist aber für viele sehr hilfreich. Meistens werden die Strecken zu unterschiedlichen Orten jedoch mit einem Buggy, den das Gespann zieht, zurückgelegt. Versuchung in der „Rumspringe“ Für viele Jugendlichen der Amisch ist gerade dieses Verbot eine willkommene Einladung, es in der „Rumspringe“ zu brechen. Sie kaufen sich sich ein Auto und verstecken es irgendwo abseits im Wald oder bei einem englischen Freund. Es ist natürlich umso aufregender heimlich damit rumzufahren und Englische Mädchen zu beeindrucken. Da die Erwachsenen sich in dieser Zeit nicht einmischen, genießen die Tennager die Freiheit. Nach einiger Zeit verliert dieses, für die Amsich ungewöhnliche Fortbewegungsmittel dann seinen Reiz und sie geben es wieder ab. Immerhin ist so ein Fahrzeug ja auch mit Kosten verbunden. Die Menschen in dieser Gemeinschaft haben es also überhaupt nicht eilig und sind längst nicht so hektisch wie...

Pennsylvania Dutch, die Sprache der Amisch

Als die Amisch früher gefragt wurden, welche Sprache sie da untereinander sprechen, antworteten sie: ,,Deitsch“. Irrtürmlich verstanden die Englischen ,,Dutch“, was eigentliche das Wort für holländisch ist und das, obwohl die Amisch einen deutschen Dialekt sprechen. So sagt man allgemein ,,Pensylvannia Dutch“ ( Pennsilfaanisch Deitsch). Im Laufe der letzten 250 Jahre hat sich jedoch auch Englisch in die Sprache der Amisch geschlichen. Zum Beispiel mahnt eine Mutter Ihren  Sohn: ,,Net so rumjumpe!“ Was so viel heißt wie: ,,Nicht soviel rumspringen!“ Dabei kommt das jumpe aus dem Englischen (to jump – hüpfen, springen). Auf die Frage: ,,Wie bisch?“, die Frage nach dem Befinden, wird folgendes geantwortet: ,,I bin alrecht“ (I am alright). Man sieht also, dass Amisch in ihrer  Sprache sehr erfinderisch sind. Der Sprachgebrauch im Altag Die Zahlen werden bei den Amisch so aufgezählt: Zahlen von 1 bis 10 werden auf Pennsylvania Dutch gesagt. Ein Beispiel: ,,Ich hab zwee Geschwischter.“ Die Zahlen ab 11 werden auf Englisch ausgesprochen: ,,Dr Jüngschte is eleven, der Älteschte sixteen. Da es Amisch der Alten und die der Neuen Ordnung gibt, spaltet sich auch in diesem Bereich der Sprachgebrauch. In Ohio leben extrem abgeschiedene Amisch der Alten Ordnung, die  nur Ihren Dialekt sprechen. Das führt dazu, dass die Kinder, bevor sie zur Schule gehen, kein einziges englisches Wort...

Der Ausbund: Das Amisch Gesangsbuch

Die Amisch versammeln sich fast jeden Sonntag zu einem Gottesdienst. Der findet abwechselnd bei jeder Familie der Gemeinschaft, etweder im Haus oder in der Scheune, statt. Bei solchen Versammlungen singen die Amisch aus dem Ausbund. Das ist eine Liedersammlung, mit vor Jahrhundert geschriebenen, christlichen Texten.  Sie sind meistens in deutscher Sprache, aber auch in Englisch oder der Sprache der Amisch, Pennsylvania-Dutch geschrieben. Das interessante dabei ist, dass die Gemeinschaft ohne Musikinstrumente singt. Es ist nicht üblich, dass Amisch Instrumente erlernen. Es gilt als eitel und weltlich, was wohl besonders für musikalisch begabte Leute ein großes Problem darstellt. So etwas wie Noten sind in den Gesangsbüchern aber trotzdem zu finden. Es sind Punkte, Rauten oder auch Dreiecke. Sie geben die Melodie an, nicht aber die die Länge der Note. Hier ein Ausschnitt aus einem Lied : ,,Fröhlich so will ich singen, mit Lust und Tageweis. Von wunderbaren Dingen, dem höchsten Gott zum Preis. In seinem Namen heb ich an, sein Gnad woll er mir gönnen. So g’lingt mirs auf der Bahn.“ Das Singing Samstags findet abwechselnd,  in verschiedenen Scheunen, ein Treffen für Jugendliche ab 16 Jahren statt, die jetzt im Heiratsfähigen Alter sind. Dort werden die Lieder aus dem Ausbund schneller als im Gottesdienst gesungen. Es ist die Gelegenheit, sich beim Singing besser kennenzulernen und vielleicht sogar dannach mit einem Mädchen eine kleine  Spazierfahrt machen zu können. Meistens lernt man so seinen Partner fürs Leben...

Jakob Ammann, der Gründer der Amisch

Es scheint viele Vermutungen über das Leben von Jakob Ammann zu geben.Viele Details sind nicht bekannt.  Doch über einge Dinge gibt es was zu berichten. Jakob Ammann wurde am 12. Februar 1644, in Erlenbach in der Schweiz geboren. Als er älter wurde, ging er nach Emmental, liess  sich taufen und wurde dort der Mennoniten-Älteste. Dort brachte er seinen radikalen Forderungen ein: Die dort praktizierte Kindertaufe wurde abgeschafft, eine strengere Kleiderordnung sollte her. Das hieß für die Frauen keine moderne Kleidung, ohne Knöpfe, die damals grade modern waren. Stattdessen wurden Häkchen getragen. Der Kopf einer christlichen Frau sollte immer bedeckt sein – was im 17. Jahrhundert sicher kein großes Problem war. Männer hatten schwarze Anzüge zu tragen und dazu einen schlichten, schwarzen Hut. Das ganze Verhalten und Leben ist schlicht und einfach zu führen. Alle sollen sich einander anpassen, keiner über den anderen stellen. Die Spaltung der Mennoniten Jakob Ammann verlangte strengere Regelungen für Gemeindemitglieder. Wer sündigte und dafür nicht um Vergebung bitten wollte, oder sich auch nur nicht an diese Regeln halten wollte wurde mit dem „Bann“ belegt. Das heißt er wurde ausgeschlossen. Es ging sogar soweit, dass der Älteste verlangte: Wenn ein Eheparter mit dem Bann belegt ist, darf er mit seiner Familie und Frau nicht mehr an einem Tisch essen. Man kann sich denken, dass solche Dinge die Mennoniten spaltete. Viele wurden mit dem Bann belegt. Die Gemeinschaft, die mit Ammann blieb wanderte nach Pennsylvania (USA), wo es viel freies Land gab. Sie nannten sich Amisch. Somit wurde Jakob Ammann der Gründer der...

Die New Order Amisch | Lancaster County

Bei den New Order Amish, handelt es sich um eine Gemeinschaft, die sich in den 60er Jahren von den Old Order Amish gepalten haben. Die Amisch der Alten Ordnung leben ohne Strom und den ganzen Annehmlichkeiten, die man durch die Elektrizität hat. Amisch der Neuen Ordnung, die New Amish hingegen leben moderner. Sie benutzen Waschmaschine, haben Licht im ganzen Haus und auf den Feldern Traktoren, manchmal sogar Mähdrescher. Außerdem sind Telefone und selten auch Autos in einigen Gruppen kein Tabu mehr. Das hängt damit zusammen, dass jeder Bischof anders entscheidet, der dort das Sagen hat. Leben nach den Regeln Man muss dazu aber auch sagen, das Ihr Glaube dadurch nicht beeinflusst wird. Die Regeln sind Trotz allem streng und das Leben schlicht. Die Kleidung, lang und ohne Ausschnitt, ist auch bei den New Amish strenge Vorschrift. Genauso wie die Kopfbedeckung, das Kapp, welches die Mädchen schon von klein auf tragen sollen. Darunter sind die Haare zu einem Knoten festgebunden. Die Haare werden nie offen getragen. Der Grund für diese Regelung steht in der Bibel dazu, nach der die Amisch leben: „Ein Weib aber, dass da betet oder weissagt mit Unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist ebensoviel, als wäre sie geschoren…“ (1.Korintherbrief, 11,5).Die Amisch tragen in den warmen Monaten nie Schuhe. Sie laufen bis zum ersten Frost barfüssig.Man kann sagen, dass die New Order Amish sich das Leben im Alltag erleichtern und damit auch mehr Zeit für Freizeit...